Medizin / Vorbereitung FSP

FSP Fälle : 2018

Hallo zusammen, am 19.09.2018 habe ich meine Fachsprachenprüfung in München zum ersten Mal abgelegt und glücklicherweise bestanden!!
Die Prüfer waren sehr nett und haben deutlich und langsam gesprochen. Am Anfang hat mir eine Prüferin gesagt, dass ich immer problemlos nachfragen kann, wenn ich etwas nicht verstanden habe. Sie hat mich gefragt „Sind Sie gesund?“ und ich habe geantwortet: „Ich bin sehr nervös aber zum Glück ganz
gesund“. Sie haben gelacht und so hat meine Prüfung angefangen.
Mainzer Rhein Frühling am 22.04.20...
Mainzer Rhein Frühling am 22.04.2019
Erster Teil
Die Prüferin hat mir gesagt „Ich gebe Ihnen ein Tipp und zwar: Die Anamnese ist vollständig bis zum Verdachtsdiagnose, es ist kein Problem, wenn Sie es nicht schaffen, Differentialdiagnose, diagnostische
Maßnahmen und Therapie zu schreiben.“
Anamnese
Herr Müller ist ein 57-järiger Patient, der sich bei uns wegen plötzlich aufgetretenen
Abdominalschmerzen vorgestellt hat. Er gab an, dass heute Morgen sofort nach dem Frühstück (vor 3 Stunden) (eine Tasse Kaffee und einen Toast) die Beschwerden angefangen hätten. Sie seien besser geworden und vor eineinhalb Stunden wieder stärker aufgetreten. Die Schmerzen seien auf einer
Schmerzskala-Intensität 9/10 ohne Ausstrahlung. Ihm sei übel gewesen aber habe nicht erbrochen. Die übrige Anamnese sei unauffällig. Es sei das erste Mal, dass er diese Beschwerden empfunden habe. Herr
Müller habe kein Schmerzmittel eingenommen.
Vorerkrankungen und Operationen
Als Vorerkrankungen seien bekannt:
– Obstipation, dagegen nehme er Movicol 2-mal pro Monat ein.
Sodbrennen (leider habe ich nicht nach Medikamenten gefragt)
– Hypertonie seit 10 Jahren, daher nehme er Enalapril Tbl 10 mg 1-0-0 ein.
– Cholesterin seit 10 Jahren, er würde mit Simvastatin Tbl 40mg 0-0-1 behandelt
– Diskus Prolaps, er werde konservativ behandelt, mit Krankengymnastik und Ibuprofen Tbl 400mg 3-4 am Tag für 1 Woche, eine Pause von 2-3 Wochen, dann wieder 3-4 Tbl am Tag für eine Woche.
– Mit 37 Jahren sei er wegen perforierte Appendizitis operiert worden.
– Vor 5 Jahren habe er einen Fahrradunfall mit Rippenprellung gehabt.
– Seit ein paar Monaten habe er einen eingewachsenenlinken großen Zehennagelund es sei noch nicht behandelt worden. ( ongle incarné )
– Der Patient habe alle Impfungen gehabt.
Allergien und Unverträglichkeit
Herr Müller habe eine Gräser-Pollen Allergie, die sich als Rhinitis äußere, bei Bedarf nehme er
gelegentlich Cetirizin.
Er habe eine Fruktose-Intoleranz und dadurch bekomme er Flatus und Diarrhö.
Noxen
Der Patient rauche seit 10 Jahren eine halbe Packung Zigaretten am Tag, trinke 1-2 Gläser Wein jedes Wochenende und konsumiere keine Drogen.
Familien Anamnese
Sein Vater leide an einem Kolonkarzinom und deswegen sei ihm ein Teil des Dickdarms entfernt worden.
Seine Mutter leide vermutlich an einer Herzinsuffizienz.
Er sei Einzelkind.
Sozialen Anamnese
Er sei Finanzbeamter von Beruf, geschieden,(divorcée ) wohne alleine und habe zwei gesunde Kinder.
Er treibe fast nie Sport und habe keine Haustiere.
***Fragen des ersten Teils:
Was wollen Sie jetzt mit mir machen?
Wie lange muss ich hierbleiben?
Was ist ein „Abdomen Ultraschall“?
– Sonografie: darunter versteht man eine Ultraschalluntersuchung. Damit kann man
auf schmerzfreie Weise und ohne Belastung von Strahlung viele innere Strukturen
Ihres Körpers untersuchen. Bei der Untersuchung wird ein Gel als Kontaktmittel
auf Ihre Haut aufgebracht, und darauf wird der sogenannte Schallkopf gesetzt. Mit
Hilfe von Schallwellen werden viele innere Organe sichtbar gemacht und können
als Bild aufgezeichnet werden.
Habe ich ein Kolonkarzinom wie mein Vater? Wie können Sie das jetzt herausfinden?
Werde ich operiert?
Ich habe ihm am Anfang des Gesprächs ein Schmerzmittel angeboten und der Patient war sehr dankbar dafür. (Natürlich habe ich im dritten Teil erklärt, dass ich ihm kein Schmerzmittel vor der körperlichen
Untersuchung gegeben hätte.)
Im zweiten Teil ist die Zeit sehr knapp, man braucht dafür viel Übung. Ich habe bis Diagnostische Maßnahmen geschrieben, nur Therapie fehlte mir.
Im dritten Teil wurde ich während der Patient Vorstellung mehrmals unterbrochen. Der Prüfer fragte mich, ob ich nach Auslandsaufenthalt ( séjour à l’étranger ) oder Magenschutz gefragt habe. Meine Antwort war: „Der Patient ist immer noch da, das kann ich während der Körperlichen Untersuchung noch machen“.
Was ist die höchste Dosierung von Ibuprofen?

Einzel-Dosis: 1/2 bis 1 Filmtablette (entsprechend 300 bis 600 mg Ibuprofen). Tages-Dosis: 2 bis 4 Filmtabletten (entsprechend 1200 bis 2400 mg Ibuprofen).

Ibuprofen wird in Abhängigkeit von Alter bzw. Körpergewicht dosiert. Der empfohlenen Dosisbereich für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene liegt zwischen 1200 und 2400 mg Ibuprofen pro Tag. Die maximale Einzel-Dosis sollte höchstens 800 mg Ibuprofen betragen.

Gibt es ein Problem, wenn der Patient sehr viel Ibuprofen einnimmt? Was kann passieren?
  • Magen-Darm-Beschwerden, wie:
  1. Übelkeit
  2. Erbrechen
  3. Sodbrennen
  4. Blähungen (balonnement )
  5. Durchfälle ( diarrhée ) 
  6. Verstopfung ( constioation
  7. Bauchschmerzen
  8. Blutungen im Magen-Darm-Bereich
  9. Teerstühle, bei Auftreten bitte sofort einen Arzt aufsuchen
  10. Magenschleimhautentzündung
  11. Geschwüre im Verdauungstrakt, die sehr selten auch durchbrechen können
  12. Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Schlaflosigkeit
  • Müdigkeit
  • Reizbarkeit
  • Erregung
  • Wassereinlagerungen (Ödeme), v.a. bei Patienten mit Bluthochdruck oder Nierenschwäche
  • Nierenfunktionsstörungen (nephrotisches Syndrom)
  • Nierenentzündung, die zu einem Ausfall der Niere führen kann
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
    • Hautausschlag
    • Juckreiz
  • Anfälle von Atemnot
  • Sehstörungen, bei Auftreten bitte sofort einen Arzt aufsuchen
Was hat der Patient gefrühstückt?
Welche Vital Parameter würden Sie überprüfen?
Wie sagt man auf Latein Sauerstoff im Blut? Wie kann man das messen?
Was wollen Sie im Abdomen palpieren und untersuchen?
„Außer dem Abdomen, was wollen Sie noch untersuchen, beispielsweise Retroperitoneal?
Ich: „Die Nieren  (les reins ) würde ich untersuchen“ Er: „Und dann, was noch?“ Ich habe Rektus-Untersuchung geantwortet.Der Prüfer daraufhin: „Jetzt haben Sie ein Problem mit mir. Was ist der Unterschied zwischen Rektus und Rektum?“. Ich antwortete: „Rektum ist das Ende des Dickdarms“. Er daraufhin: „Was ist denn Rektus? Im welchem Körperteil gibt es einen „Rektus“? Ich: „Es ist der Muskel Rectus Abdominis.“ Er: „Wo hat man diesen Muskel?“ Ich sagte es ihm und er war zufrieden.
Aponeurosen und Rektusscheide - eRef, Thieme
Welche Diagnosen wollen Sie ausschließen?
Welche diagnostischen Maßnahmen würden Sie durchführen? Alle, die ich aufzählte, sollte ich ihm erklären.
Was kann man mit einem Abdomen Ultraschall finden?
Es ist sehr wichtig auf die Wörter des Patienten zu achten und immer nachzufragen. Die Prüfer wollen später wissen was genau der Patient gesagt hat. Auch ist es wichtig dies den Prüfern mit eigenen Worten erklären zu können.
Die richtige Diagnose spielt bei der FSP keine große Rolle, wichtig ist, dass man jede d. D. argumentieren kann.
Ich habe 6 Monaten einen hervorragenden Vorbereitungskurs im BFZ München für die FSP besucht. Ich konnte hier alles, was ich für die Prüfung brauchte, lernen.
Ich wünsche allen viel Erfolg. Seid immer fleißig beim Lernen und denkt immer positiv. Die Prüfung ist nicht einfach aber ihr macht das schon. 

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