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Nicht bewusst erlebter Krampfanfall

Nicht bewusst erlebter Krampfanfall : Nicht bewusst ( non consciente erlebter ( vécu )Krampfanfall 

Nicht bewusst erlebter Krampfanfall

Nicht bewusst erlebter Krampfanfall

Bei einem Krampfanfall verlieren Betroffene kurzzeitig die Kontrolle über ihren Körper. In vielen Fällen sinken sie plötzlich zu Boden und fangen an zu zucken und zu krampfen. Eine Störung im Gehirn löst den Krampfanfall aus und ist in manchen Fällen eine Form der Epilepsie.

Mit der Fähre Crown von Kopenhagen...
Mit der Fähre Crown von Kopenhagen nach Oslo

Aktuelle Anamnese: Die Protokollen berichten überwiegend über eine 36 jährige Patientin, die sich aufgrund von generalisierten Muscklenzuckungen ( secousses musculaires  ) mit Bewusstverlust vorstellte. Die Patientin zufolge, habe sie ca. 30 min vor der Episode Photopsien und Übelkeit erlebt, dann habe sie unwillkürlichen ( instinctive/spontanée ) Zuckungen ( convulsion ) am ganzen Körper bemerkt und danach habe die Bewusstseinverloren. Dem Ehemann ( le mari ) der Patientin zufolge, haben die unwillkürliche Kontraktionen ca. 2 Minuten gedauert, danach sei die Patientin desorientiert und schläfrig ( endormie ) gewesen. Weiterhin berichtet die Patientin, 12h vor dem Anfall habe sie große Mengen von Alkohol getrunken.

Vegetative Anamnese: Insomnie

Vorerkrankungen: Colon irritabile, Gonalgie, retroaurikuläre Dermatitis, Fieberkrämpfe, Alkoholintoxikation. OP: Azetabulumfraktur, konservativ behandelt

Aktuelle Medikation: Benzydamin (  anti-non stéroïdien à action locale avec des propriétés anesthésiques et analgésiques locales pour le soulagement de la douleur et comme agent anti-inflammatoire des conditions de la bouche et de la gorge.  ) (Neo-Angin Halstabletten ( comprimés pour la gorge )), Ibuprofen Gel, Salicilylsäure Kopfsalbe (Lygal), Loperamide (immodium).

Allergien: Gegen Meeresfrüchte und Hausstaubmilben ( acariens pour la poussière de la maison).

Noxen: 12,5 PY, 1 Bier pro Tag. Cannabinoiden gelegentlich.

Familienanamnese: Vater mit Keratitis und Transplatation OP, Mutter mit Morbus ( maladie de crohn

Sudeck nach Radiusfraktur.

Sozialanamnese: Verheiratet, Sohn mit atrioventrikulärem Septum Defekt. Besitze eigenes Copy-Shop

Noxen, Familienanamnese und Sozialanamnese:
Frau Müller, wie Sie wissen, gibt es einerseits Erbkrankheiten beziehungsweise angeborene Krankheiten, also genetisch bedingt, und andererseits gibt es erworbene Krankheiten, also Umweltsbedingt. Deswegen möchte ich nun ein paar Fragen über Ihre Lebensgewohnheiten sowie Ihre Familie stellen. Sind Sie damit einverstanden?
– Rauchen Sie? Seit wann? Wie viel?
– Trinken Sie Alkohol? Seit wann? Wie viel?
– Tut mir Leid, aber ich muss auch diese Frage stellen. Besteht eine Drogenabhängigkeit?
– Bewegen Sie sich regelmäßig? Oder treiben Sie Sport regelmäßig?
– Üben Sie einen Beruf aus, der mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist? Wie zum Beispiel Stress, Staub einatmen usw. ?
– Wie ist Ihr Familienstand?
– Haben Sie Kinder? Sind sie gesund oder leiden Sie an einer bestimmten Krankheit?
– Gibt es Krankheiten, die in Ihrer Familie gehäuft vorkommmen?
– Leben Ihre Eltern noch?
– Woran sind sie gestorben?
– Waren sie gesund oder haben Sie chronisch an einer bestimmten Krankheit gelitten?
– Falls Sie Geschwister haben, möchte ich wissen, ob sie gesund sind oder leiden Sie an einer bestimmten Krankheit?
– Wohnen Sie alleine oder gibt es jemanden zu Hause, der sich um Sie kümmern könnte?
– Haben Sie ein Haustier?
– Gut! Jetzt bin ich fertig. Gibt es noch etwas, das Sie mir sagen möchten?
– Haben Sie noch Fragen?

Analyse

Die unwillkürliche Zuckungen sind im Bereich der beiden Hirnhemisphären aufgetreten und habe den typischen Verlauf eines fokalisierten Anfalles ( ont le déroulement typique d’une crise )  mit Übergang zu bilateral tonisch- klonisch (Fokale Phase, Bewusstseinverlust mit tonisch-klonischer Phase, Postiktaler Phase).

Die Alkoholzufuhr mag dabei als Triggerfaktor ( facteur déclenchant ) dienen.

Diagnostisch gesehen ist eine EEG und MRT durchzuführen und ein Blutbild mit

Glykämie, Natrium, Mg und Ca++, auch ein CK zu bestimmen.

Die Einleitung von einer medikamentösen Prophylaxe erfolgt nur bei Vorhandensein ( la présence )  von Rückfallrisiko ( risque de récidive )  von mehr als 60%. i.d.R mit Valproat bei generalisierten Anfälle, Lamotrigin aber für lokalisierten Anfälle.

 

Wichtige Aspekte: Synkopeanamnese, Epilepsieanamnese, EEGaufklärung, MRTaufklärung.

Nicht bewusst erlebter Krampfanfall

Synkope und Kollaps
Die Anamnese (Krankengeschichte) stellt einen wichtigen Baustein in der Diagnostik der Synkope bzw. des Kollaps dar.

Familienanamnese

Gab es einen Todesfall eines Familienmitglieds im Alter unter 30 Jahren?
Plötzlicher Herztod in der Familie?

Soziale Anamnese

Gibt es Hinweise auf psychosoziale Belastungen oder Belastungen auf Grund Ihrer familiären Situation?

Aktuelle Anamnese/Systemanamnese (somatische und psychische Beschwerden) [ggf. Fremdanamnese]

Wann ist die Bewusstlosigkeit* aufgetreten? Wie lange waren Sie bewusstlos?
Ist die Bewusstlosigkeit bereits öfter aufgetreten? Wenn ja, wie oft? Wann zuletzt?
In welchem Zusammenhang ist die Bewusstlosigkeit aufgetreten?
Körperlage, Schmerz, Schreck, Tätigkeit, Nahrungsaufnahme, Umgebungsreize wie z. B. warmer Raum, Kälte etc.
Wasserlassen/Stuhlgang, Husten, Valsalva-Pressdruck-Versuch
Kopfdrehung, enge Krawatte, Rasur
Aufrichten ausliegender Position
Nach einer starken körperlichen Belastung
Stehdauer?
Durchfall und Fieber
Ohnmacht ohne Vorwarnung? oder
Gab es ankündigende Symptome?
epilepsietypische Aura wie Déjà-vu (Erinnerungstäuschung, bei der eine Person glaubt, ein gegenwärtiges Ereignis früher schon einmal erlebt zu haben)?
Unwohlsein/Übelkeit?
Schwitzen?
Schwäche in den Beinen?
Benommenheit? ( = obnibilation )
Gab es Auffälligkeiten während der Attacke?
Geschlossene Augen
Irreguläre Muskelzuckungen
Rhythmisches krampfartiges Entäußern
Urinabgang
Sind Ihnen weitere Beschwerden aufgefallen wie:
Schwindel?
Herzstolpern? ( Palpitaions)
Brustschmerzen*?
Atemnot*?
Unruhe? ( agitation )
Erbrechen? ( vomissement )
Zungenbiss? ( Morsure de la langue )
Knochenbrüche
Über einen Beobachter sollten weitere Informationen zum Ablauf eingeholt werden, wie Zusammensacken, Umfallen, Dauer der Bewusstlosigkeit, Atemmuster, Zyanose (blaurote Verfärbung der Haut), Flush (Gesichtsrötung), Muskeltonus, Krampfäquivalente
Vegetative Anamnese inkl. Ernährungsanamnese

 

 

Die Anamnese (Krankengeschichte) stellt einen wichtigen Baustein in der Diagnostik der Epilepsie dar, da die körperliche Untersuchung und die Laborwerte meist normal sind.

Familienanamnese

Wie ist der allgemeine Gesundheitszustand Ihrer Angehörigen?
Bestehen aktuell Infektionen? Wenn ja, welche?
Gibt es in Ihrer Familie neurologische Erkrankungen, die häufig vorkommen?

Soziale Anamnese

Aktuelle Anamnese/Systemanamnese (somatische und psychische Beschwerden)

Welche Symptome sind Ihnen aufgefallen?
Sind Ihnen Verkrampfungen bzw. Muskelzuckungen aufgefallen? Wenn ja, an nur einer Extremität? Am gesamten Körper?
Beschreiben Sie genau:
Anfallbeginn?
Anfallsverlauf?
Anfallsdauer?
Haben Sie dabei Halluzinationen, ein Taubheitsgefühl oder Ähnliches?
Leiden Sie dabei unter Schweißausbrüchen, Gänsehaut?
Kommt es zeitgleich zu Sprachstörungen, kognitiven oder affektiven Störungen?
Tritt eine Bewusstlosigkeit auf?*
Können Sie sich an alles erinnern?
Haben Sie sich auf die Zunge gebissen?
Haben Sie unwillkürlich Wasser gelassen?
Wie häufig erscheint diese Symptomatik?
Haben Sie aktuell einen Infekt?
Gab es Fieberkrämpfe im Kindesalter?
Vegetative Anamnese inkl. Ernährungsanamnese

Rauchen Sie? Wenn ja, wie viele Zigaretten, E-Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen pro Tag?
Trinken Sie Alkohol? Wenn ja, welches Getränk bzw. welche Getränke und wie viele Gläser pro Tag?
Nehmen Sie Drogen? Wenn ja, welche Drogen und wie häufig pro Tag bzw. pro Woche?
Eigenanamnese inkl. Medikamentenanamnese

Vorerkrankungen (neurologische Erkrankungen; ggf. mit Röntgendiagnostik)
Verletzungen (Sturz?, Schädel-Hirn-Trauma?)
Operationen
Allergien
Medikamenteneinnahme: z. B. Nicht-Einnahme von Antiepileptika/Non-Complianc

 

Ein EEG (Elektroenzephalografie) ist eine Untersuchungsmethode, bei der die elektrische Aktivität der Hirnrinde über Elektroden gemessen wird. Ein EEG wird zum Beispiel bei der Diagnostik von Epilepsien angewendet. Lesen Sie alles über das EEG, wie es durchgeführt wird und was Sie dabei beachten müssen.

 

-MRT: ist eine Abkürzung für Magnetresonanztomographie. Das heißt eine Kernspinuntersuchung, und zwar handelt es sich um eine schmerzfreie sowie strahlenfreie Untersuchung. Sie gehört zu den bildgebenden Verfahren, und damit kann man Schnittbilder des menschlichen Körpers erzeugen. Diese Untersuchung dient der Beurteilung vieler krankhafter Organveränderungen. Bei der Untersuchung muss der Patient für einige Zeit ruhig in einer Röhre liegen. Wenn das für Sie ein Problem darstellt, können wir Ihnen vorher ein Beruhigungsmittel geben.

 

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